| Pressebericht zum 8. Lauf Hockenheim - 16./17.
September 2006
Der
seidene Faden hielt – Rigo Richter ist Vizemeister
Zwar reiste der Hohenstein-Ernstthaler Rigo Richter mit einem eigentlich
beruhigendem Vorsprung zum IDM-Finale am letzten Wochenende nach
Hockenheim, doch hing der Gewinn der Vizemeisterschaft, sein zweiter
nach 1995 bei den 250ern, in der Klasse IDM Supersport bis zum Schluss
am seidenen Faden.
Die Kupplung machte das ganze Wochenende Probleme. Beim ersten
freien Training am Freitag rutschte der 36-Jährige in Hohenstein-Ernstthals
Partnerstadt nach vier Runden harmlos weg. Dennoch war die Zeit,
um das Motorrad bis zum zweiten Training wieder ordentlich vorzubereiten,
zu knapp.
Am Nachmittag regnete es dann. Am Samstag trat dann ein ungewohntes
Problem mit einer ständig rutschenden Kupplung zu Tage. Mit
Ach und Krach qualifizierte sich der Yamaha-Pilot vom Geraer Team
OBI SKM Bike-Promotion Racing als Achter fürs Rennen. Danach
hieß es wieder schrauben, schrauben und nochmals schrauben,
denn Abstimmungsarbeit hatte man bis dahin noch gar keine verrichten
können. Dazu wollte man das Warm up nutzen, doch nach nur einem
Umlauf kehrte Rigo mit den gleichen rätselhaften Symptomen
zurück an die Box.
In insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden Trainingszeit hatte er
kaum zehn Runden abgespult und das Problem mit der rutschenden Kupplung
war immer noch latent. „Wir haben dann kurzerhand eine Standardkupplung
eingebaut, waren uns aber nicht sicher, ob die A funktionieren und
B durchhalten würde.“
Schizophrenie pur erlebten dann die 16.000 Zuschauer, denn der
Ex-Glauchauer Seriensieger Arne Tode musste sein Motorrad nach zwei
Rennrunden mit defekter Kupplung abstellen. Rigo Richter rollte
mehr schlecht als recht umher und beschränkte sich mit all
seiner Erfahrung darauf, die notwendigen Punkte zur Absicherung
des zweiten Tabellenplatzes einzufahren. „Nun bin ich schon
so lange dabei und war doch echt nervös. Während der ersten
fünf Runden habe ich nur den Drehzahlmesser beobachtet. Als
das eine Weile gut ging, konnte ich mich mehr aufs Fahren konzentrieren.“
In Anbetracht all dieser Umstände ist Platz sechs aller Ehren
wert, zumal sich vor ihm noch drei Gaststarter klassierten und Rigo
analog des dritten Ranges der IDM-Piloten 16 weitere Zähler
gutgeschrieben wurden. Über den verpassten Podestplatz, die
beiden vor ihm liegenden IDM-ler Rene Mähr und Jesco Günther
hatte Rigo bislang regelmäßig im Griff, ärgerte
er sich nur kurz: „Den Gewinn der Vizemeisterschaft hatte
ich mir ganz anders vorgestellt. Letztlich muss ich froh sein, dass
es trotzdem noch irgendwie geklappt hat, denn wir wissen immer noch
nicht, warum unsere Rennkupplung hier gesponnen hat. Ich bin echt
stolz auf meine Jungs. Der zweite Gesamtrang ist ein toller Erfolg
für unser Mini-Team.“
<<< zurück |