OBI - BIKE PROMOTION RACING TEAM

Schon sind sie wieder Geschichte, die 24 Stunden von Oschersleben.

Das OBI- BIKE PROMOTION Racing Team griff nach dem spektakulären Erfolg des Team bei den 24 Stunden von Oschersleben 2004 wiederum mit der MZ 1000 S in das Geschehen des einzigen 24h- WM- Laufes ein. Diesmal wurde aber richtig Gechütz aufgefahren! Die Startnummern 111 und 112 gingen beide unter der OBI-Bke Promotion-Flagge an den Start. Auf der 111 die bewährten Piloten Rene Knöfler (Chemnitz), Rico Penzkofer (Böhlen) und Rigo Richter (Zschopau); auf der 112 die ebenso langstreckenerfahrenen Rico Löwe (Zinnwald), Udo Reichmann (Dresden) und Thomas Hoemke (Taucha) sowie Ersatzfahrer Stephan Herbst. Damit war das sächsische Paket komplett- sächsische Fahrer auf sächsischen Motorrädern.

 
     

Im Vorfeld hatte das Schrauberteam um Udo Reichmann bereits ganze Arbeit geleistet. Die Motorräder waren satte 20 kg leichter als im letzten Jahr und verfügten neben weiteren technischen Raffinessen über eine andere Gabel. Die wohl am deutlichsten sichtbare Änderung stellten die vergrößerten Tanks dar.

Dennoch war in den Trainingstagen noch jede Menge zu schrauben. Die Crews begannen die Motorräder zu überprüfen, auf die Fahrer abzustimmen und Lösungen für die spezifischen Probleme eines Langstreckenrennes einzubauen.

     
 
     
Schon in den Trainingseinheiten präsentierten sich die Besatzungen in bester Form. Die Qualifikationzeit des vergangenen Jahres 1.37,2 wurde durch alle Fahrer bereits im ersten Quali-Training geknackt. Am Ende des Qualifyings stand als schnellste Zeit der 111 eine 1.34,7 von Rico Penzkofer zu Buche!!! Rico Löwe fhr die schnellste Runde für die 112 mit 1.36,3. Damit waren die Startplätze 23 für die 111 und 33 für die 112 gesichert (letztes Jahr 36. Startplatz!). Alle anderen MZ (insgesamt 5) waren ebenfalls qualifiziert.
     
 
     
Nach einem durchaus misslungenen Start fährt Rico Penzkofer als Vorletzter von der Linie. Ein gutes Omen, schon einmal hatte uns ein Startmissgeschick viel Glück im Rennen gebracht... Die 111 kämpft sich im Verlauf der nächsten Stunden kontinuierlich nach vorn und erreicht in der Nacht die Top 10. Es gibt einige kleine technische Probleme, die mit kurzen Stopps in der Box behoben werden und das Team nur unwesentlich zurückwerfen. Die fahrerische Leistung der 3 Piloten ist gigantisch, sie rollern nicht nur ein bisschen mit- sie mischen das Feld auf!! Unmittelbar hinter einigen Top-WM-Teams aus der Superproduction und der Superbike ist die MZ das erste Bike der nationalen Wertung!   Die 112 hat beim Start mehr Glück und kommt gut weg. In der Mitte des Feldes hält sie sich tapfer und gewinnt ebenfalls Position um Position. Dann die Schreckensnachricht- Rico Löwe ist gestürzt. Wahrscheinlich lag ein Teil auf der Bahn, so genau lässt es sich nicht mehr prüfen. Zum Glück kann er das Motorrad noch in die Boxengasse schieben. Nach einer reichlichen Stunde Schrauben soll sie wieder brüllen, die MZ1000S. Doch die Schäden waren heftiger, so dass sie wieder zurück in die Box muss. Dramatisch! Endlich geht es wieder hinaus- leider hat es etliche Positionen gekostet, man rangiert auf dem 40. Platz. Die Fahrer lassen aber den Kopf nicht hängen, noch ist nicht einmal die Hälfte der Distanz vorüber und passieren kann noch viel...
     
 
     
Ein harter Kampf um diese Position entbrennt- die Jungs vom MSF Sauerland machen auch keine Gefangenen und uns das Leben schwer, bis sie durch einen Defekt zurückgeworfen werden. Kurzzeitig sieht man die 111 auf einem 6. Gesamtrang, eine Sensation! WM-Teams schieben sich wieder dazwischen, fallen raus, es geht ständig hin und her. Aber die 111 bleibt Dank der Fahrer, der Boxencrew und dem Ausbleiben von Stürzen in den Top 10.   Die Jungs auf der 112 haben sich daran gemacht, den riesigen Rückstand aufzuholen und fighten um jede Position. Sie kämpfen sich mit höchstem Einsatz wieder Schritt für Schritt nach vorn, da geschieht das nächste Unheil. Das Schaltgestänge hat sich verknispelt und das Motorrad läst sich nicht mehr schalten. Erneut geht es in die Box. Nach ca. 20 min ist der Defekt beseitigt und Thomas Hoemke geht wieder ins Rennen. Schade um die verlorenen Plätze, gerade hatte man sie zurückerobert!
     
 
     
Die Schlußphase wird äusserst dramatisch. Ein Defekt der Bremsanlage, der in letzter Sekunde beim Boxenstopp bemerkt wird, hätte fast das Ende bedeutet. So kostet er 30 min und wertvollen Vorsprung auf die Konkurrenz aus ABBCO Racing und Engel Racing. Die beiden Teams haben sich auf wenige Runden an die 111 herangearbeitet, als es in die letzten beiden Stunden geht. Dann die Minuten der Entscheidung- bei einem Stopp wird festgestellt, dass die Auspuffschelle defekt ist. Was tun? Austauschen und Zeit verlieren oder das Risiko eingehen und eventuell ganz ausfallen?? Der Teamchef entscheidet auf Austausch. Vielleicht ein Fehler, denn nun sind die beiden Konkurrenzteams vorbei. Der Wahnsinnsritt von Rico Penzkofer im Regen rettet die Platzierung nicht mehr. Auch die Fahrer der anderen Teams wissen, dass es jetzt darauf ankommt und fahren wie die Teufel! Zum Schluß bleibt ein 3. Podest- Rang in einem WM- Rennen- ein spektakuläres Ergebnis für eine MZ 1000 S!!! Aber nächtes Jahr solls noch besser werden- das haben sich Fahrer und Schrauber geschworen!   Die 112 hat das Pech gepachtet! Obwohl die Fahrer ihr Letztes geben und sich nach dem Defekt wieder auf den 23. Rang nach vorn gekämpft haben, geht die Crew weiter durch das Tal der Tränen. Ein weiterer Sturz mit reichlich Schaden ereilt das Team in der Mittagszeit. Nun, es wäre keine 24 Stunden- Mannschaft, wenn man an dieser Stelle aufgäbe. Das Motorrad wird wieder zusammengebaut und es geht nach einer knappen Stunde wieder auf die Strecke. Allerdings kann man mit solchem Rückstand und im Regen nicht mehr davon ausgehen, noch Plätze zu gewinnen. Nun ist es eine Frage der Ehre, durchgekommen zu sein. Und zugegebenermaßen hat das Bike reichlich gelitten... Rico Löwe wird der Zielfahrer des Teams und bringt die MZ1000S um 15.00 Uhr als 29stes Team über den Zielstrich von Oschersleben. Stolz können die Jungs aber alle Mal sein- sie haben es geschafft, diese Tortur zu überstehen und zu bestehen. Der Pokal, den sie für diese Leistung erhielten, war mehr als verdient!!!

Am Ende bleibt uns Dank zu sagen an alle Helfer und Sponsoren, an die Fans, die uns die Daumen drückten und an MZ für die Unterstützung. Besonders die “guten Geister” die sich um das Catering und die Versorgung der Fahrer kümmerten, gehören hier hervorgehoben. Aber auch die Boxencrews beider Motorräder haben erstklassigen Einsatz gezeigt! Danke!

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